Nordoer Heide: lichtdurchflutet soll sie sein

Im Stiftungsland Binnendüne Nordoer Heide südlich von Breitenburg, Kreis Steinburg, wird „aufgeräumt“.


Das Ziel der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: mehr Platz für Tiere und Pflanzen, deren Lebensraum lichtdurchflutet sein muss.

Damit das gelingt, werden auf mehreren, insgesamt 13 Hektar großen Flächen jetzt die Waldbestände aus Fichte und Kiefer sowie Pappel und Eiche stark ausgelichtet. Auf den Dünen bleiben nach den Sägearbeiten nur einzelne, besonders breitkronige Bäume stehen. Dazwischen wird Platz geschaffen für Arten der lichten Heidewälder wie Heidelbeere, Besenheide und Drahtschmiele. Auch der Heideweiher Krummschliet erfährt eine Verjüngungskur. Die Uferränder werden vom Baumbewuchs befreit, damit sich der Laubfall ins Gewässer reduziert und das Wasser wieder klarer wird.

Bei Durchforstung geht es aber auch um die europaweit geschützte Zauneichechse und die Große Moosjungfer – eine Libelle, die hier eines ihrer letzten Vorkommen in Schleswig Holstein hat. Um diese Arten dreht sich ein neues, 2016 gestartetes LIFE+-Projekt der Stiftung Naturschutz, das wassergeprägte Lebensräume optimieren soll. Die Stiftung beteiligt sich damit an einem EU-finanzierten Projekt mit 38 Teilnehmern in Schweden, Dänemark und Deutschland. Im Fokus stehen dabei vor allem Amphibien, die zum Fortbestand Gewässer in sandigem Untergrund benötigen. Dazu zählen auch Kreuz-, Knoblauch- und Wechselkröte, die bereits 2009 hier viele neue nasse „Wohnräume“ bekommen haben. Außerdem sollen die für die Zauneidechse wichtigen besonnten Dünenhänge wiederhergestellt werden. Bislang kommt diese Art im Gebiet nicht vor, soll aber wegen der optimalen Bedingungen in der Nordoer Heide wiederangesiedelt werden.

Die offenen Heiden und Wälder des ehemaligen Standortübungsplatzes Breitenburg Nordoe stehen als FFH-Gebiet und als Naturschutzgebiet unter zweifachem Schutz. Im Managementplan für dieses Gebiet ist festgelegt, dass der Baumbewuchs auf den ehemaligen Dünenflächen regelmäßig ausgedünnt werden soll. Denn neben den Heiden, Borstgrasrasen und blütenreichen Trockenrasen gehören auch lichte Eichenwälder zu den schützenswerten Lebensräumen des Gebietes.

Die Arbeiten werden von Hinrich Schmidt-Harries, Revierförster des Bundesforstbetriebs Trave, begleitet. Die Naturschutzmaßnahmen werden über den Erlös aus dem Holzverkauf refinanziert.

Das Stiftungsland Nordoe mit seiner unter Schutz stehenden Binnendünenlandschaft ist Teil des so genannten „Nationalen Naturerbes“. Das sind Liegenschaften des Bundes, die aufgrund ihres hohen Naturschutzwertes von national repräsentativer Bedeutung sind. 156.000 Hektar übergibt die Bundesrepublik in mehreren Tranchen dauerhaft in die Trägerschaft der Länder, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und weiterer Naturschutzorganisationen. Bei den Gebieten handelt es sich u.a. um ungenutzte Militärflächen. Aus diesem Pool hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein die ehemaligen Standortübungsplätze Breitenburg-Nordoe, Wentorfer Lohe bei Hamburg und Grönauer Heide bei Lübeck übertragen bekommen.