Neue Speisekammer für Adebar und Co.

Stiftung Naturschutz holt mehr Wasser ins „Seelandmoor“ hieß es im September. Bereits jetzt nutzen die ersten Zugvögel die neue „Tankstelle“


Als die Stiftung Naturschutz Schleswig Holstein mit dem Bagger im ehemaligen „Seelandmoor“ bei Sillerup, Kreis Schleswig-Flensburg, anrückte, haben selbst die Optimisten nicht gedacht, dass ihre biotopgestaltenden Maßnahmen nicht mal zwei Monate später erste Erfolge zeigen. Auf dem Zug gen Süden wurden jetzt zahlreiche Kiebitze und Goldregenpfeifer beim Rasten auf der wiedervernässten Fläche entdeckt.

Die Biologen der Stiftung freuen sich darüber, wieder einmal den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Um mehr Niederschlagswasser in der rund 20 Hektar großen Fläche zu halten, wurde im Niedermoorgrünland der natürliche Wasserhaushalt wieder hergestellt. „Dafür haben wir Entwässerungsgräben verblockt und deren Uferbereiche abgeflacht“, erklärt Projektmanager Hauke Drews. „Außerdem haben wir im tieferliegenden Bereich eine große Blänke angelegt.  Diese Senke füllt sich nur in regenreichen Zeiten und trocknet hin und wieder aus. Das ist optimal für die Fortpflanzung der Moorfrösche, weil sich so keine Fische ansiedeln können, die den Laich der Froschlurche nur zu gern verspeisen.“

Nach Abschluss der Tiefbauarbeiten wurden die alten Zäune durch einen gutsichtbaren, vogelfreundlichen Elektrodraht ersetzt und an den Grabenböschungen die sich stark ausbreitenden Traubenkirschen entfernt. Diese aus Amerika eingeschleppte Art würde verhindern, dass sich die neuen Laichgewässer für Amphibien im Frühjahr rasch erwärmen – eine weitere Voraussetzung für ihre erfolgreiche Fortpflanzung. Auch die Wiesenbrüter stehen auf einen übersichtlichen Bewuchs auf der Fläche. So können sie bei der Brut und Nahrungssuche Feinde frühzeitig erkennen. Damit das so bleibt, werden Wasserbüffel das Grünzeug in Schach halten.

„Dass die Fläche schon nach so kurzer Zeit von den Vögeln angenommen wurde, macht uns optimistisch. Vielleicht gehört demnächst auch Adebar dazu, das Nahrungsangebot für Störche wird demnächst auch wieder stimmen“, sagt Hauke Drews.

Das Projekt hat das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein mit dem EU-Programm „Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) unterstützt.