Neue Konzertarena: Johannistal

Noch ein Ort mehr zum Rumquaken! Stiftung Naturschutz macht Johannistal zum Froschparadies.

Im Johannistal in der Hohwachter Bucht bei Gremersdorf, Kreis Ostholstein, macht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein aus ihrem rund 120 Hektar großen Stiftungsland Johannistal eine Arche für Frösche, Kröten und Molche. Das Rundumwohlfühlpaket besteht gleich aus einer ganzen Kette von Laichgewässern mit unterschiedlichen Tiefen. Dazu bekommen sie Sträucher und Gehölzinseln, Knicks und Feldsteinmauern als Tagesversteck sowie frostsichere Winterquartiere, ganz nach den Bedürfnissen von Rotbauchunke, Laubfrosch, Knoblauchkröte und Kammmolch. Die Stiftung will den Rückgang der dortigen Bestände aufhalten und wieder zum Wachsen bringen. Das geht nur, wenn das neue Froschland dauerhaft gepflegt wird. Magere Wiesen mit Raritäten, wie Taubenskabiose, Echter Schlüsselblume, Ackerrittersporn und Venuskamm, aber auch die Ufersäume der neuen Gewässer dürfen nicht von Bäumen und Sträuchern überwachsen werden. Dafür hat die Stiftung im letzten Jahr rund 60 Robustrinder der Rasse Galloway als Pflegekräfte engagiert. Mit Kreuz- und Wechselkröte erwartet die Stiftung, dass noch weitere gefährdete Amphibien ins Johannistal zuwandern, denn das Stiftungsland mit der beeindruckenden Steilküste, ist nur eines von vielen Froschparadiesen der Stiftung Naturschutz entlang der Ostseeküste.

Amphibien sind die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere. Auch in Schleswig-Holstein stehen mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Frösche haben es schwer in der intensiv genutzten Agrarlandschaft. Sie finden keine Laichgewässer mehr oder gehen am Kontakt mit den Dünger- und Pflanzenschutzmitteln  zu Grunde, die Landwirte ausbringen. Mit ihrer vor zehn Jahren gestarteten Amphibien-Initiative hat die Stiftung in ganz Schleswig-Holstein bisher über 1700 Laichgewässer angelegt und arbeitet daran, die Froschparadiese miteinander zu vernetzen, denn die Isolation von Populationen begünstigt das Artensterben. Besucher können sich im Frühjahr wieder ein Klangbild vom Erfolg der Stiftungsarbeit machen. Das Konzert der Frösche ist dann auch entlang des Küstenwanderwegs bestens zu hören.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des EU-Förderprogramms „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“.