Moorschutzprogramm dient dem Klimaschutz

„Wasser marsch!“ ist das Motto beim Renaturieren stark entwässerter Moore im Stiftungsland – auch im Wilden Moor bei Schwabstedt


Im Stiftungsland Wildes Moor zwischen Schwabstedt und Winnert, Kreis Nordfriesland, ist die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wieder mit schwerem Gerät angerückt. Gleich vier Bagger setzen die Arbeiten des vergangen Jahres in dem 730 Hektar großen Hochmoor fort. Jetzt sorgen sie in einem weiteren Bereich dafür, dass der Wasserstand weiter steigt. Das Ziel: Die ehemals entwässerten Torfe sollen wieder aufquellen und das Wachstum der Torfmoose angekurbelt werden. So wird die Zersetzung des Moorkörpers, bei dem klimaschädliche Gase freigesetzt werden, gestoppt.

Wurden 2014 /2015 zehn Kilometer Dämme gebaut um 190 Hektar zu vernässen, stehen jetzt nördlich angrenzend sechs Kilometer Dämme für 100 Hektar auf dem Plan. Vom Baufortschritt machten sich Jutta Walter, Moorexpertin der Stiftung Naturschutz, und Gebietsbetreuer Christoph Rabeler ein Bild.
Natürlich ging es auch zu den bereits renaturierten Flächen. Beide Experten sind sich einig: „Die ergriffenen Maßnahmen sind erfolgreich, davon profitiert auch die Vogelwelt.“. So wurden zwischen Juli 2015 und Juni 2016 insgesamt 104 Vogelarten, davon 54 potentielle Brüter, registriert. „Besonders freue ich mich, dass nach langjähriger Unterbrechung wieder die Große Rohrdommel und das Tüpfelsumpfhuhn aufgetaucht sind“, berichtet Rabeler. Von der Roten Liste Schleswig-Holstein waren 20 Arten vertreten. Durch die beim Bau von Verwallungen vorübergehend entstandenen Blänken hat sich das Vogelartenspektrum besonders bei den Watvögeln erweitert.

Zufrieden bewertet auch die Biologin Walter den eingeschlagenen Weg der Stiftung Naturschutz: „Neben dem der Förderung moortypischer von Flora und Fauna tun wir hier auch etwas für unser und damit auch das weltweite Klima, denn mehr Wasser im Moor ist aktiver Klimaschutz.“ Intakte Moore, mit ausreichend Wasser versorgt, speichern den Klimakiller CO2 und halten Nährstoffe zurück. Jährlich werden rund zehn Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes durch trockengelegte Moore verursacht. Experten gehen davon aus, dass in Mooren 30 Prozent des globalen Kohlenstoffvorkommens auf dem Festland gespeichert sind. Damit ist die Wiedervernässung von Mooren nicht nur in Schleswig-Holstein ein elementarer Bestandteil im Kampf gegen den weltweiten Klimawandel.

Mehr Informationen gibt es unter Stiftungsland Wildes Moor und unter Moorwildnis braucht Starthilfe.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Moorschutzprogrammes des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein und dem EU-Förderprogramm „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“.