Moorexperten informieren sich bei Stiftung Naturschutz

Zeit und engagierte Menschen braucht das Moor: Moortagung in der Eider-Treene-Sorge Niederung


Moorexperten aus ganz Norddeutschland kamen in Friedrichstadt zusammen, um sich über die Vernässung von Hochmooren in Schleswig-Holstein auszutauschen. Eingeladen hatte die Sektion Naturschutz und Raumordnung der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde zusammen mit der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Die Vernässungsmaßnahmen von Hochmooren in Schleswig-Holstein sind vielfältig. Das zeigten neben Vorträgen aus Wissenschaft und Praxis auch Exkursionen in das Wilde Moor bei Schwabstedt und in das Dellstedter Birkwildmoor. In Letzterem beeindruckte die Moorexperten aus Planungsbüros, Naturschutzverbänden und -stiftungen, Naturschutz- und Forstbehörden sowie den Universitäten Hamburg und Kiel vor allem der Baggerfahrer Ehlers mit seinem Baggerballett. Dabei schoben bis zu drei Bagger gleichzeitig Wälle rund um die zu vernässenden Moorflächen auf und erneuerten damit den Lebensraum für typische Moorarten. Organisiert hatte die Maßnahme auf dem Stiftungsland Jutta Walter. Sie ist zuständig bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein für die Umsetzung des Moorschutzprogrammes des Landes Schleswig-Holstein.

Nach der Besichtigung der Sandschleuse, die weite Teile der Eider-Treene-Sorge-Niederung entwässert, zeigte die abschließende Exkursion, dass Naturschutz in der Region nicht nur Wiedervernässung bedeutet, sondern auch Erhalt von Grünland. Im Meggerkoog betreiben Landwirte in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverein KUNO e.V. aktiven Wiesenvogelschutz, wie das Auszäunen von Nestern oder Abflachen von Grabenkanten, um bedrohte Wiesenvögel im Grünland vor Verlusten durch landwirtschaftliche Bearbeitung zu schützen.