Magere und feuchte Wiesen braucht das Land

Großbaustelle an der Brokenlander Au: Neuer Lebensraum für Zauneidechse, Rebhuhn und Knoblauchkröte

  • Zauneidechse

  • Knoblauchkröte

  • 1. Spatenstich


Magere und gleichzeitig feuchte Wiesen gepaart mit sandigen, offenem Boden gehören zu den Raritäten in der intensiv genutzten Kulturlandschaft Schleswig-Holsteins. Diesem Trend steuert die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein jetzt mit schwerem Gerät im Stiftungsland an der Brokenlander Au bei Hasenkrug, Kreis Segeberg, entgegen.

Mit schwerem Gerät sind die Vielfaltschützer sechs Wochen auf dem 52 Hektar großen Flächenkomplex unterwegs, um zehn neue Teiche für Amphibien anzulegen, bereits bestehende Gewässer zu sanieren und Senken zu vernässen. Hier sollen künftig Knoblauchkröten ihren Nachwuchs aufziehen können. Mit dem anfallenden Aushub – überwiegend sandiges Substrat – werden dringend benötigten Lebensräume für europaweit geschützte Zauneidechsen angelegt. „Diese sandigen Bereiche, garniert mit Steinen und Findlingen brauchen die Amphibien zum Sonnen. Nur so kommen auf sie Betriebstemperatur, um auf Jagd nach Insekten zu gehen,“ sagt der Biologe Moritz Ott, Maßnahmenmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Der sandige Rohboden wird gleichzeitig von den Knoblauchkröten als Landlebensraum genutzt.

Abschließend wird das Gelände eingezäunt und extensiv beweidet, damit es nicht zuwächst. „Diese Wilde Weide ist dann auch bestens als Brutrevier für Rebhühner geeignet. Ihr Bestand ist in Schleswig-Holstein seit Jahren rückläufig. Außerdem wird Fauna und Flora ein weiterer Trittstein in Richtung der an der A 7 im Bau befindlichen Grünbrücke Brokenlande geboten,“ sagt Ott.

Das Projekt wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein mit dem EU-Programm „Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) unterstützt.