LIFE-Aurinia

Ab in die blütenbunte Freiheit: Goldene Scheckenfalter erobern Binnendünen von Lütjenholm


In Schleswig-Holstein gilt der Goldene Scheckenfalter seit den 90er Jahren als verschollen. Jetzt siedelt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Lütjenholm, Kreis Schleswig-Flensburg, wieder an. Insgesamt 800 gezüchtete Raupen haben hier zwischen Heide, Dünen und Feuchtwiesen jetzt eine neue Heimat gefunden.

Doch es geht nicht allein um den seltenen Goldenen Scheckenfalter. Experten bezeichnen ihn als so genannte Schirmart. Denn, wo er sich wohl fühlt, „ist die Welt noch in Ordnung“. Von den aufgewerteten Lebensräumen des Falters profitieren zahlreiche andere, oft gefährdete Tiere und Pflanzen. Zu den Raritäten gehören Heidelerche, Kreuzkröte, Zauneidechse, Heidenelke, Thymian und Tausendgüldenkraut.

Alle zusammen haben sie einen besonderen Anspruch an ihren Lebensraum: nährstoffarm, aber arten- und strukturreich, blütenbunt muss es sein. Die Binnendünen in Lütjenholm sind eines von insgesamt 14 Projektgebieten des durch die EU geförderten „LIFE-Aurinia-Projekts“ der Stiftung Naturschutz. Ziel des achtjährigen Projektes ist die artenreiche und blütenbunte Entwicklung von Feuchtwiesen, Magerrasen, Heiden und Binnendünen. Die Wiederansiedlung war bereits in den vier Gebieten – Geltinger Birk, Reesholm, Löwenstedt und Nordoe – erfolgreich. Die Tiere stammen alle von 300 Raupen dänischen Ursprungs ab, die in Zuchtkäfigen vermehrt wurden und dann vieltausendfach als Raupe oder Schmetterling in die Freiheit entlassen wurden.

Mit dem von der EU kofinanzierten LIFE-Aurinia-Projekt macht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in 14 Projektgebieten – verteilt über ganz Schleswig-Holstein – Wiesen, Heiden und Magerrasen noch artenreicher und blütenbunter. Damit wird die Rückkehr des Goldenen Scheckenfalters nach Schleswig-Holstein vorbereitet und unterstützt. Wo er sich wohlfühlt, finden auch andere Tagfalter sowie zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum. Von 2010 bis 2018 fließen 3,3 Millionen Euro in das Artenschutzprojekt. Die Hälfte kommt aus dem EU-Förderprogramm LIFE+, den Rest steuert die Stiftung Naturschutz bei.

Ein Video des NDRs finden Sie hier.

Für mehr Informationen unter: www.life-aurinia.de.