Life-Aurinia: Gekommen, um zu bleiben

Erfolg auf ganzer Linie: Goldene Scheckenfalter bevölkern in unerwartet hoher Zahl die Projektgebiete


Der unermüdlichen Sonne, den warmen Temperaturen und letztlich der professionellen Vorbereitung der Projektgebiete mit den Lieblingspflanzen des ehemals verschollenen Scheckenfalters sei Dank: seit einer Woche sind sie da – Hunderte Goldene Scheckenfalter sind geschlüpft und paaren sich sogleich, um wieder Eier zu legen. Von Reesholm an der Schlei  über die Geltinger Birk an der Flensburger Außenförde bis zur Binnendüne Nordoe bei Itzehoe sind die Scheckenfalter unterwegs. Zurzeit haben sie die schon gelb-blühenden Arnika-Pflanzen zu ihren Lieblingsplätzen auserkoren. „Diese hohe Anzahl an Individuen haben wir nicht erwartet. Auf  fast jeder zweiten Blüte ist ein Falter zu entdecken“, freut sich der Schmetterlingsexperte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Dr. Detlef Kolligs.

Die Leiterin des von der EU kofinanzierten Projektes „LIFE-Aurinia“, Antje Walter, geht noch weiter: „Dieser Erfolg ist grandios: Damit nehmen wir unseren Kritikern den Wind aus den Segeln, die das Projekt für Geldverschwendung halten. Viele hielten es für unmöglich, dass wir einen in Schleswig-Holstein 30 Jahre als verschollen geltenden Schmetterling wiederansiedeln - nun ist er da.“ Aber damit nicht genug: Der Scheckenfalter ist quasi das Flaggschiff, denn wo er sich wohlfühlt, haben es auch andere zahlreiche Insekten gut. „Wir wirken damit zumindest regional dem weit über Deutschland hinaus festzustellenden Insektensterben entgegen“, sagt die Landespflegerin Walter.

Damit geht das Wiederansiedlungskonzept der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein auf: Gezielte Nachzucht des Goldenen Scheckenfalters und Aufwertung seiner potentiellen Lebensräume. Denn der kleine Falter ist anspruchsvoll. Um sein Überleben zu sichern, braucht es einen besonderen Pflanzenmix unter anderem aus den Raupen-Nahrungspflanzen Teufelsabbiss und den Nektarpflanzen Arnika, Kuckucks-Lichtnelke und Acker-Witwenblume. Gleichzeitig läuft die Vermehrung in den Zuchtvolieren überaus erfolgreich. „Wir haben sogar so viele Raupen und Falter züchten können, dass wir sie nicht nur in den Aurinia-Projektgebieten, sondern auch in anderen Bereichen des Stiftungslandes aussetzen“, sagt Kolligs.