Keine Bekämpfungs-Anordnung der Europäischen Union

In der vergangenen Woche haben einige Medien in Schleswig-Holstein und auch in anderen Bundesländern, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, über eine angeblich geplante EU-Richtlinie zum Umgang mit Jakobs-Kreuzkraut berichtet.

Diese sollte, so die Medienberichte, eine dauerhafte Vernichtung der heimischen Wildpflanze als verbindliche Vorgabe beinhalten. Das JKK-Kompetenzzentrum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein stellt jetzt klar, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass diese Falschmeldung durch ein Missverständnis entstanden ist und sich in der Folge  über ein Nachrichtenportal verbreitet hat“, erklärt Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums. „Eine solche EU-Richtlinie existiert nicht und ist derzeit auch nicht in Planung“, betont Huckauf.

Ursache für das Missverständnis sei eine Mitte Juli von der Europäischen Kommission herausgegebene Liste mit 37 Tier- und Pflanzenarten, für die nun offiziell Regelungen zur Prävention und zum Management greifen. „Diese Unionsliste enthält ausschließlich invasive gebietsfremde Arten wie beispielsweise die Wollhandkrabbe und den Waschbären“, sagt Huckauf, Diplom-Chemiker und Umweltmanager, und ergänzt: „Unter den 14 in der Liste aufgeführten Pflanzenarten kommt derzeit keine einzige in Schleswig-Holstein vor.“

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