JKK: Randstreifen-Mahd soll die Ausbreitung stoppen

Die Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sind in diesen Tagen landesweit zum wiederholten Mal mit Trecker und Mäh-Maschinen im Einsatz, um die weitere Ausbreitung des gelb-blühenden Jakobs-Kreuzkrauts (JKK) zu verhindern.


Die ersten Runden haben sie bereits vor Blühbeginn des JKK, Ende Juni, gedreht. Mit der frühen Mahd, der sogenannten Imker-Variante soll verhindert werden, dass die Honigbiene ihren Nektar an der heimischen Wildpflanze sammelt und auf diese Weise die JKK-Giftstoffe, die sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), in den heimischen Sommerhonig gelangen. Bei der Randstreifen-Mahd, die in diesen Tagen auf der „To-Do-Liste“ der Landwirte der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein steht, geht es vor allem darum, die weitere Ausbreitung des JKK zu stoppen.

Die heimische Wildpflanze erreicht in diesen Tagen ihre Samenreife. Mit anderen Worten: sie beginnt sich auszubreiten. Ähnlich wie beim Löwenzahn sät sich das Jakobs-Kreuzkraut selbständig aus, indem die Flugsamen an kleinen Schirmen bis zu einigen Dutzend Metern weit vom Wind verbreitet werden. In Arpsdorf bei Neumünster im Kreis Rendsburg-Eckernförde beispielsweise war Karsten Repenning von Weidelandschaften e.V., einer der größten Pächter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, im Einsatz. Der Landwirt hat einen Randstreifen von mindestens 50 Meter gemäht. Diese Mahd-Variante zur Vollblüte ist nach derzeitigem Wissensstand die Variante, die die heimische Wildpflanze am nachhaltigsten schwächt, vermutet Dr. Aiko Huckauf, Leiter des  Jakobs-Kreuzkraut-Kompetenzzentrums bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: „Zum Zeitpunkt der späten Mahd hat die Pflanze sich schon ordentlich verausgabt und kommt, wenn es gut läuft, nicht unbedingt ein drittes Mal zur Blüte“, sagt der Diplom-Chemiker und Umweltmanager. „Wenn wir für die Imker früh mähen, blüht die Pflanze im Spätsommer noch einmal und wir müssen ein zweites Mal aktiv werden, um die Aussamung zu verhindern. Das ist ein erheblicher Arbeitsaufwand für die vielen Landwirte, die unsere Flächen pachten und ein erheblicher Eingriff  in die blütenbunten Wiesen.“

Mit dem Forschungsprojekt „Methoden der Zukunft“ untersucht die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in enger Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bis Ende 2020 landesweit auf insgesamt sechs Versuchsflächen an acht verschiedenen Standorten unterschiedliche Verfahren wie beispielsweise verschiedene Mäh-Varianten (unter anderem vor der ersten JKK-Blüte, zur Nachblüte sowie gegen Ende der ersten Blüte kurz vor der Samenreife). „Wir hoffen, dass wir nach dieser Saison erste Trends erkennen können. Aber ein Ergebnis erwarten wir letztlich erst zum Ende der Projektphase“, erklärte Huckauf.

Ein kleines Video der Randstreifen-Mahd finden Sie hier.