Haus der Wilden Weiden auf dem Höltigbaum

Neugestaltete interaktive Ausstellung informiert Besucher über halboffene Weidelandschaft in Hamburg-Rahlstedt


Seit der Einweihung des Haus der Wilden Weiden in Hamburg vor knapp zehn Jahren hat die interaktive Ausstellung viele Besucher über die Wilden Weiden im Naturschutzgebiet Höltigbaum informiert. Jetzt zeigt sich die Ausstellung nach einigen Umbauaktionen im frischen Gewand.

Nach zwei Jahren Planungs- und Umsetzungszeit hat die Stiftung Natur im Norden – sie ist der bürgerliche Teil der Stiftungsfamilie unter dem Dach der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – die neue Ausstellung am 1. Juni 2017 feierlich eröffnet.

Eine Verbindung von drinnen nach draußen zu schaffen, war ein zentrales Ziel der Ausstellung. Was der Besucher bei seinem Rundgang im Naturschutzgebiet sieht, soll er in der Ausstellung wieder finden. Großformatige Darstellungen zur Biologischen Vielfalt im Höltigbaum sprechen die Emotionen des Betrachters an und machen dadurch Vielfalt erlebbar. Leichte bauliche Veränderungen sorgen für einen freien Blick von drinnen nach draußen in die halb offene Weidelandschaft.

Das Ausstellungskonzept ordnet die bestehenden Themen der Ausstellung, Wiese, Wald, Wasser, Beweidung und Geschichte neu, und gibt eine klare, intuitive Besucherführung vor. Neue Ausstellungselemente ergänzen Bewährtes.

Die Beweidung mit Galloways und Schafen und ihre positiven Auswirkungen auf die Artenvielfalt und das Landschaftsbild sind Schwerpunktthema im Obergeschoss. Neu ist hier die Medieneinheit „Landschaften lesen“. Neben Informationen rund um die Arbeit des Landwirtes im Höltigbaum erfährt der Besucher bei der Gegenüberstellung von konventioneller Landwirtschaft und der Wirtschaft in der halboffenen Weidelandschaft sowohl die regionalen als auch globalen Auswirkungen auf Natur und Umwelt.

Mit dabei bei der Eröffnungsfeier waren auch Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan und Schleswig-Holsteins Umweltstaatssekretärin und Ratsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Dr. Silke Schneider. „Die Umweltbildung ist eine der wichtigsten Säulen im Natur- und Umweltschutz, denn sie führt insbesondere künftige Generationen an die Natur und ihre Werte heran“, erinnerte Kerstan.

In ihren Grußworten lobte Schneider die länderübergreifende Zusammenarbeit im Natur- und Umweltschutz auf dem Höltigbaum: „Aktuell ist in den Medien viel über den Begriff „Grenze“ zu hören. Oft im Zusammenhang mit der Sicherung oder gar des Aus- bzw. Neubaus von Grenzanlagen. Dabei geht es immer um Abschottung und Außenvorbleiben, nicht mitbezahlen müssen für Andere. Hier auf dem Höltigbaum und im Haus der Wilden Weiden ist das ganz anders. Hier geht es um Teilhabe, gemeinsame Verantwortung und Finanzierung, um Naturerlebnis für alle.“

Die Kosten für den Umbau der Ausstellung in Höhe von rund 80.000 Euro hat der Träger des Hauses, die Stiftung Natur im Norden, finanziert. Zuwendungen des  Bezirksamt Wandsbek sowie weitere Spenden ermöglichten den Bau weiterer Ausstellungselemente. Als langjähriger, verlässlicher Partner unterstützt die Behörde für Umwelt und Energie der Stadt Hamburg den laufenden Betrieb des Ausstellungshauses mit einem jährlichen, festen Betrag.