Waldumbau – Teiche – Wilde Weide

10.2.2017 – Das Stiftungsland Grönauer Heide, ehemaliger Standortübungsplatz zwischen Lübeck und Groß Grönau wird aufgewertet.

Im Stiftungsland Grönauer Heide zwischen Lübeck und Groß Grönau standen der Bau von Amphibienteichen und der Waldumbau auf dem Programm, um das Gelände weiter für Tiere und Pflanzen aufzuwerten. Nächste Etappe ist die Erweiterung der Zauntrasse, um die bestehende Weidelandschaft zu erweitern.

In den vergangenen Tagen nahm die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein mit einem Harvester auf einem Teil der Flächen, des zum Nationalen Naturerbe gehörenden Geländes, erneut den Waldumbau in Angriff. Die Aufgabe: In verschiedenen Waldbeständen entlang der Blankenseer Straße und am Heidredder in Groß Grönau wurden Nadelhölzer entnommen. Dadurch werden die bereits vorhandenen Laubbäume begünstigt. Zu den Profiteuren des Holzeinschlags gehören Eberesche, Hasel, Stieleiche, Aspe und Schwarzerle. Langfristig soll damit die natürliche Entwicklung zu  einem standortgerechten Laubwald angeschoben werden. Um die Verjüngung an der Blankenseer Straße zu beschleunigen, werden auf einer Teilfläche auch Stiel- und Traubeneichen sowie beerentragende Gehölze gepflanzt.
Der Zaunbau wird notwendig, weil gemäß des Managementplans für dieses Gebiet eine ganzjährige Beweidung etabliert werden soll. Die dafür notwendige Weideinfrastruktur, Tierfang, Tore und Stromversorgung für die Zäune, steht bereits. Jetzt wird eine 2016 erworbene Fläche der Großweide angegliedert. Dazu soll die Fläche an der Blankenseer Straße eingezäunt werden. Auf der Fläche sind bereits zwei Kleingewässer angelegt worden. Sie werden künftig streng geschützten Amphibien – Moorfrosch, Knoblauchkröte und Kammmolch – als Laichgewässer dienen.

Kurios, aber gefährlich:  Da das Gelände munitionsbelastet ist, wurde bei der notwendige Voruntersuchung des Geländes eine 500 Kilo Bombe gefunden. Sie konnte allerdings gefahrlos geborgen werden, da sie schon vor Jahren entschärft worden war.

Besagtes Gebiet steht unter Naturschutz und ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Es kann aber im Rahmen von öffentlichen Führungen besucht werden. Die nächste Führung ist am 30.06.2017 um 16 Uhr.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat die Verantwortung für die ehemalige Militärliegenschaft in Lübeck-Blankensee, zu dem auch die Grönauer Heide gehört, im vergangenen Jahr übernommen. Die Bundesregierung hat das Gebiet im Rahmen des „Nationalen Naturerbes“ abgeben, um hier den Vorrang für Naturentwicklungen sicherzustellen.

Das Kernstück des „Nationale Naturerbes“ sind Liegenschaften des Bundes, die aufgrund ihres hohen Naturschutzwertes von national repräsentativer Bedeutung sind. 125.000 Hektar übergibt die Bundesrepublik in mehrere Tranchen dauerhaft in die Trägerschaft der Länder, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und weiterer Naturschutzorganisationen. Bei den Gebieten handelt es sich u.a. um ungenutzte Militärflächen.