Galloways pflegen ab sofort die Grönauer Heide

Rund 20 zottelige Landschaftspfleger auf vier Beinen haben ihr Weihnachtsfest in der Grönauer Heide verbracht.

Sie sollen künftig dafür sorgen, den Nordteil der Grönauer Heide bei Lübeck kurz zu halten. Rund 20 zottelige Landschaftspfleger auf vier Beinen haben ihr Weihnachtsfest in der Grönauer Heide verbracht. Sie sollen künftig dafür sorgen, den Nordteil der Grönauer Heide bei Lübeck kurz zu halten. So werden lichtbedürftige Pflanzen wie Heidenelke und Besenheide gefördert und die wertvollen Heideflächen und mageren Grasfluren behutsam entwickelt. Den Pflegeauftrag haben sie von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein erhalten, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BI-mA) hat das naturnahe Gelände dafür zur Verfügung gestellt.

Dass die Rinderherde ausgerechnet dann kommt, wenn ihre schwarz-bunten Kollegen alle im warmen Stall verschwinden, muss niemanden beunruhigen. Die aus Schottland stammenden Galloways gehören zu den sogenannten Robust-Rind-Rassen und sind an ein ganzjähriges Leben im Freiland bestens angepasst. Neben rund elf Kilometer Zaun wurde im September auch eine frostfreie Tränke installiert, damit die Tiere immer Zugang zu ausreichend Frischwasser haben. Wind und Wetterschutz finden sie unter den vielen Bäumen und Gebüschen auf dem Gelände und Futter ist auf den lange Zeit ungenutzten Flächen sowieso kein Problem. Robustrinder können selbst Futter verwerten, das für Milchkühe gänzlich ungeeignet ist. Die Galloway-Herde gehört der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und wird vom Verein Weidelandschaften e. V. betreut.

In den Sommermonaten sollen die ganzjährig weidenden Galloway-Rinder in den nächsten Jahren immer mal wieder für kurze Zeit von einer Ziegenherde unterstützt werden. Dann tummeln sich auch wieder viele Insekten wie der Warzenbeißer und Schmetterlinge wie der Wegerichscheckenfalter in der Blütenvielfalt mit Thymian, Heidenelke, Ackerwitwenblume und Augentrost. Über den Insektenreichtum freuen sich Reptilien wie Zauneidechse und Blindschleiche, Vogelraritäten wie Neuntöter und Heidelerche, auch Amphibien wie die Knoblauchkröte und der Moorfrosch.