Flatternde Raritäten II

Braunwurz-Mönch fühlt sich im Garten der Stiftung Naturschutz wohl – Hilfe gegen Insektensterben geht auch Zuhause

  • Raupe des Braunwurz-Mönchs, Foto: Margrit Meusel

  • Raupe des Braunwurz-Mönchs, Foto: Margrit Meusel

  • Stiftungsgarten

  • "wild und blütenbunt"


Es muss nicht immer die professionelle, extensive Pflege wie im Stiftungsland sein, um sich an Schmetterlingen zu erfreuen. Blütenbunt und wild geht auch zu Hause im heimischen Garten. Ein praktisches Beispiel dafür liefert der Garten in der Geschäftsstelle der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in Molfsee. Beim täglichen Rundgang wurde die Sekretärin Margrit Meusel fündig. Sie entdeckte die auffällig gefärbte Raupe des Braunwurz-Mönchs. Keine absolute Rarität, dennoch bemerkenswert.
Der Fund kommt nicht von ungefähr. Genauso wie im Stiftungsland und im Projekt „BlütenMeer 2020“ geht es im Stiftungsgarten bunt zu. Statt Einheitspflanzen und englischem Rasen, geht es hier richtig „wild“ zu. Der Rasen erinnert an eine blütenbunte Wiese, wird nur einmal jährlich gemäht. Drumherum gibt es einen bunten Mix aus Rosmarin, Malve, Königskerze und vielem mehr. Garant dafür, dass von Frühjahr bis Herbst immer etwas blüht. Und wo es blüht, fühlen sich Insekten wohl.


Das Insektensterben hat in den vergangenen Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Das Problem: In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft mangelt es den Insekten an Blühpflanzen, die gerade für den Bestand von diversen Schmetterlingsarten überlebenswichtig sind. Das Fehlen ihrer Nahrungspflanzen wird zudem noch durch großflächige Entwässerung der Landschaft, intensive Bewirtschaftung der Wälder und Überdüngung verstärkt.


Diesem Mangel an Blüten kann jeder im heimischen Garten entgegenwirken. Wildkräuter- und Blühmischungen sind in jeder Gartenabteilung im Baumarkt erhältlich. Das Projekt „BlütenMeer 2020“ versendet kostenlos Saattütchenen mit einer Mischung aus Blumen, die zum Landschaftsbild in Schleswig-Holstein gehören. Kurze Mail an Blütenmeer2020@stiftungsland.de mit dem Stichwort „zum wild werden“ genügt.