Flatternde Raritäten I

Sumpfhornklee-Widderchen – Mädesüß-Perlmuttfalter – Weißbindiges Wiesenvögelchen. Alles Rote-Liste-Arten – alle im Stiftungsland!

  • Mädesüß-Perlmuttfalter, Foto: Christian Müller

  • Mädesüß-Perlmuttfalter, Foto: Christian Müller

  • Mädesüß-Perlmuttfalter, Foto: Christian Müller

  • Weißbindiges Wiesenvögelchen, Foto: Christian Müller

  • Sumpfhornklee-Widderchen, Foto. Dr. Detlef Kolligs


Die Schmetterlingsexperten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein waren im Stiftungsland unterwegs. Auf ihren Flächenbegehungen ging ihnen so manche im Bestand gefährdete Kostbarkeit sprichwörtlich ins Netz.

Das Sumpfhornklee-Widderchen entdeckte Dr. Detlef Kolligs im Stiftungsland Ostermoor bei Seeth östlich von Friedrichstadt. Der überaus seltene Schmetterling ist kaum noch in Schleswig-Holstein anzutreffen. Aus den vergangenen Jahren sind lediglich 4 weitere Vorkommen bekannt. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts galt das Sumpfhorn-Widderchen als die häufigste Rotwidderchenart. Im Ostermoor findet das Widderchen noch einen der bevorzugten feuchten Lebensräume dank der Pflege der Fläche mit der Mähraupe der Stiftung Naturschutz. Hier wächst noch genügend Sumpf-Hornklee, die bevorzugte Nahrungspflanze der Raupen des Sumpfhorn-Widderchens.


Den Mädesüß-Perlmuttfalter fand Christian Müller im Wankendorfer Moor in der Oberalsterniederung. Hier auf den Feuchtwiesen der Stiftung Naturschutz und des NABUs gibt es noch stabile Bestände der Sumpfkratz-Disteln – einer wichtigen Nektarpflanze der Mädesüß-Perlmuttfalter. Die Falter profitieren von einem extensiven Mahdmanagement im September und den Gehölz frei gehaltenen Mädesüß-Hochstaudenfluren als Futterhabitat der Raupen.


Bei einer weiteren Flächenbegehung entdeckte Müller das Weißbindige Wiesenvögelchen im Stiftungsland Schafstedt südlich von Albersdorf. Der Mix aus Gebüsch reichen Säumen in enger Verbindung mit mageren Trockenstandorten und lichtem Wald macht das Gebiet so attraktiv für den Falter.


Heute machen einem großen Teil der Falter künstliche Entwässerung, Aufforstung und Düngung, aber auch die Verbuschung in Folge der Nutzungsaufgabe sowie die einheitliche Mahd verbliebener Flächen zu schaffen. Einige Arten leiden darüber hinaus unter der intensiven Bewirtschaftung der Wälder, Aufforstungen und fortschreitender Sukzession.