Erdarbeiten: „Frosch und Freunde“

Im Stiftungsland Jardelunder Moor entstehen neue Lebensräume für Große Moosjungfer und Knoblauchkröte

  • Knoblauchkröte

  • Große Moosjungfer, Foto: Sebastian Hennigs


Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist mit zwei Baggern im Naturschutzgebiet „Fröslev-Jardelunder Moor“ an der dänischen Grenze westlich von Flensburg unterwegs. Ihr Ziel: neue Lebensräume für europaweit geschützte Knoblauchkröten, Große Moosjungfern und Moorfrösche.

Im Rahmen des von der EU kofinanzierten Projektes „Frosch und Freunde“ entstehen auf den Flächen entlang der Landesstraße 192 in den nächsten Wochen fünf neue Amphibiengewässer mit angrenzenden Sommerlebensräumen. Die Gewässer benötigt die Knoblauchkröte ebenso wie alle anderen Amphibienarten für das Laichgeschäft und die Aufzucht des Nachwuchses. In dem anfallenden, sandigen Aushub werden die Uferränder so moduliert, dass sich die nachtaktive Knoblauchkröte eingraben kann und mit ihren flinken Beinen Laufkäfer, Spinnen oder Schmetterlingslarven jagen kann.

Von den zusätzlichen Wasserflächen werden auch die Moorfrosche profitieren. Zu den Gewinnern wird aber auch die Große Moosjungfer gehören. Diese Libellenart ist europaweit geschützt und in Schleswig-Holstein extrem selten.

Im kommenden Sommer will die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den neuen Teichen nachgezüchtete Mini-Knoblauchkröten aussetzen. Den Laich für die handaufgezogenen Kröten sammeln die Amphibienexperten in Teichen, die die Stiftung vor zehn Jahren im nordwestlichen Teil des Stiftungslandes angelegt hat. Hier hat sich seitdem eine stabile Knoblauchkröten-Population etabliert. Sie wird dafür sorgen, dass sich die seltene Art in diesem Gebiet noch weiter ausbreitet.

Das Projekt Frosch und Freunde wird gefördert von der EU-Kommission aus Mittel des Programms LIFE+ Nature and Biodiversity. In acht Natura 2000 Gebieten in Schleswig-Holstein sollen bis 2020 gefährdete Amphibien- und Wasserinsektenarten sowie die Zauneidechse unterstützt oder wiederangesiedelt werden. Projektträger ist das schwedische Länsstyrelsen Skåne, die das EU-Projekt mit der Nummer LIFE14 NAT/SE/000201 unter dem Namen semiaquatic-life führt. Diese Pressemitteilung bringt die Meinung der Stiftung Naturschutz zum Ausdruck und nicht notwendigerweise die Meinung des Fördergebers der EU-Kommission.