… die Heide brennt!

Heiße Verjüngungskur in Nordfriesland – kontrolliertes Heidebrennen macht sie jung und frisch


Flammen, Qualm und jede Menge verbrannte Erde – trotzdem gibt es überhaupt keinen Grund zur Sorge! Ganz im Gegenteil: das kontrollierte Heidebrennen ist eine jahrtausendalte Pflege- bzw. Verjüngungs-Maßnahme aus der Heidebewirtschaftung, die ein bisschen aus der Mode gekommen ist. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat dieses Uralt-Verfahren jetzt zum allerersten Mal wieder aufleben lassen. Natürlich unter den vier wachsamen Augen zweier Profi-Brenner, den Feuerökologen Alex C. Held und Lindon Pronto aus Freiburg (Baden-Württemberg ). „Ich warte schon seit Jahren auf diesen Moment“, sagt Antje Walter, Projektleiterin bei der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. „Aber die Bedingungen müssen eben zu 100 Prozent stimmen.“ Dem Brenn-Vorgang müsse eine längere Trocken-Periode vorangegangen sein, es dürfen sich noch keine Bodenbrüter in der Heide eingerichtet haben und die Genehmigungen der verschiedensten Stellen müssen rechtzeitig da sein, erläutert Walter weiter.

Das es am vergangenen Mittwoch nun endlich soweit war, freute nicht nur Antje Walter, sondern auch den ‚Brenn-Vater‘ des Kreises Nordfriesland, Dr. Georg Hoffmann, ehemaliger Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. Der heute 72 Jährige hatte das Brenn-Verfahren vor über 17 Jahren zum ersten Mal ausprobiert und festgestellt, dass es bei alter, sehr verholzter Heide eine sehr gute Methode ist, um sie wieder zu verjüngen und so auch den Tieren, die dort in der Heide ihr Zuhause haben wieder einen optimierten Lebensraum herzurichten.

Normalerweise werde Heide mit Schafen und vereinzelt auch mit Ziegen beweidet, die durch ihr ständiges Knabbern, die Heide frisch und jung halten. „Da sie aber meist nur den Frischaustrieb abfressen, lässt es sich gar nicht vermeiden, dass die Heide – immerhin eine jahrtausendalte Kulturlandschaft in Schleswig-Holstein, veraltet und im schlimmsten Fall abstirbt“, erklärt Walter weiter. Deshalb sei das Brennen eine effektive und kostengünstige Methode. Außerdem habe das Brennen den großen Vorteil, dass der Haupt-Nährstoff, Stickstoff, mit den Flammen in die Luft geht. Das kommt der Heide sehr entgegen, sie ist nämlich auf Nährstoff-Armut angewiesen. Nur so kann sie sich besser gegen Konkurrenten wie das Pfeifengras durchsetzen. Außerdem verbleiben wichtige Mineralstoffe in der Asche. In Zukunft soll das kontrollierte Brennen auch in anderen Gebieten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein durchgeführt werden.

Mehr Fotos finden Sie hier im LIFE Aurinia –Projekttagebuch.