Da blüht uns was… Violettes im Stiftungsland

Der erste Star aus dem „BlütenMeer 2020“ öffnet seine Blütenblätter: die Küchenschelle


Gleich zu Beginn der Blüh-Saison gibt’s eine kleine, violette Sensation aus dem „BlütenMeer 2020“-Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: Die Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) – früher eine echte Rarität im Land zwischen den Meeren ist zurück in Schleswig-Holstein. Bis vor wenigen Jahren war diese heimische Wildpflanze fast ausgestorben. Sie blühte nur noch an einem einzigen Standort in ganz Schleswig-Holstein, in dem kleinen Örtchen Tarp, im Kreis Schleswig-Flensburg. Dank vieler helfender Hände und der Starthilfe aus dem Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wächst sie jetzt unter anderem in der Kiesgrube Damsdorf im Kreis Segeberg und im Schäferhaus Nord im Kreis Schleswig-Flensburg.

Die heimische Seltenheit, die Gewöhnliche Küchenschelle, trägt ihren Namen, weil ihre herabhängenden Blütenblätter an ein Glöckchen oder besser noch an eine Kuhschelle erinnern. Und diese glöckchenartige, seltene, wilde Schöne hat jetzt ihren Platz in Schleswig-Holstein wieder gefunden. Ganz einfach war das nicht, erklärt Wiebke Busch, technische Leiterin der projekteigenen Arche Gärtnerei. Sie hat gemeinsam mit ihrem Team über Wochen immer wieder Samen am letzten Wild-Standort gesammelt – natürlich mit der entsprechenden Ausnahmegenehmigung. „Die Samen sind nicht alle zur gleichen Zeit reif“, sagt Wiebke Busch. „Eine charakteristische Eigenart der Wildpflanzen, die den größtmöglichen Erfolg sichert. Durch die zeitliche Streuung puffern unsere bunten Wilden auf diese Weise Risiken wie Krankheit und Trockenheit ab und sichern ihr Überleben“, so Busch weiter. Mit viel Geduld, Handarbeit und Mühe ist es ihr und ihrem Team letztlich gelungen eigenes Saatgut der Gewöhnlichen Küchenschelle zu produzieren und dieses an geeigneten Standorten in Schleswig-Holstein auszusäen.