Blutbär-Raupen gerettet!

Jakobs-Kreuzkraut ist ihre Lieblingsspeise – aber ab sofort hauen sie nicht mehr in Westerwohld rein, sondern an verschiedenen Stellen im Kreis Schleswig-Flensburg


Mit Salat-Schüsseln, Putz-Eimern und viel Geduld sind die Schmetterlings-Raupen des Blutbären in Westerwohld (Kreis Dithmarschen) vor den drohenden Mäh-Maschinen in Sicherheit gebracht worden. Dr. Aiko Huckauf, Leiter des JKK-Kompetenzzentrums der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Paul Trumpf, Flächenmanager der Stiftung Naturschutz haben tausende der orange-schwarz geringelten Raupen eingesammelt und sie umgesiedelt. Die drei Zentimeter großen Tierchen knabbern derzeit an den Blüten des Jakobs-Kreuzkrauts. Sind die gelben Blütenblätter abgefressen, stehen die grünen Blätter des Jakobs-Kreuzkrauts auf dem Speiseplan der grell-gefärbten Raupen. Sie machen der gelben Wildpflanze teilweise so zu schaffen, dass manche JKK-Pflanze abstirbt.

Von Westerwohld – dort drehen in den nächsten Tagen die Mäh-Maschinen ihre Runden – werden die Raupen nach Holnis und Schausende (Kreis Schleswig-Flensburg) gebracht und dort wieder ausgesetzt. „Diese JKK-Flächen können aufgrund ihrer unebenen Bodenbeschaffenheit nicht mit landwirtschaftlichem Gerät befahren werden“, erklärt Dr. Aiko Huckauf. Überdies ständen sie unter Naturschutz und dürften aufgrund der vielen anderen seltenen Arten, die dort Zuhause sind, nicht gemäht werden. Deshalb nutze man die kleinen Vielfraße um der gelben Wildpflanze auf diese Weise zuzusetzen, ergänzt Huckauf.

Inwieweit die Blutbär-Raupen tatsächlich bei der Eindämmung des JKK Einfluss nehmen, wird in dem Forschungsprojekt „Methoden der Zukunft“ (eine Kooperation der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)) untersucht.