„BlütenMeer 2020“ verdoppelt wilde Wiesen

Bunt, wild und rar gesät: Wildpflanzen mit schleswig-holsteinischen Wurzeln werden in Putlos geklont


Bunt-blühende, wilde und noch dazu absolut seltene Schönheiten wachsen und gedeihen schon seit Jahrzehnten ungestört zwischen dem menschenleeren Ostsee-Strand und den Küstendünen in der Hohwachter Bucht auf dem Truppenübungsplatz Putlos.

„Die Liegenschaften der Bundeswehr entpuppen sich meist als echte Naturjuwele mit ganz besonderen Schätzen“, erklärt Biologe Dr. Björn Rickert vom Projekt „BlütenMeer 2020“ der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, weil sie nach militärischen und nicht nach landwirtschaftlichen Gesichtspunkten genutzt werden. „Hier haben wir die Crème de la Crème der Artenvielfalt", sagt der Biologe. 20 bis 30 verschiedene Blumen und Pflanzen wüchsen auf einem Quadratmeter; insgesamt gebe es auf der Fläche bis zu 50 Sorten. Mit dabei seien zum Beispiel Wilde Möhre, Wilder Thymian, Klappertopf, Heidenelke, Augentrost oder auch Wilder Oregano, erklärt er weiter.

Diese Vielfalt wollen Rickert und sein Team vom „BlütenMeer 2020“-Projekt auch in die Landschaften außerhalb von Bundeswehrliegenschaften retten, wie beispielsweise in das wenige Kilometer entfernte Johannistal bei Heiligenhafen. Zu diesem Zweck werden die Wildgräser und Wildpflanzen kurz vor der Samenreife, also kurz bevor sie sich ausbreiten, mit schwerem Gerät abgemäht und das frische Mahd-Gut auf eine geeignete andere Wiese ausgebracht werden. So können die Samen Fuß fassen und die wildbunte Blumenwiese wird an einem anderen Ort ganz in der Nähe verdoppelt. „Mit etwas Glück blühen noch in diesem Jahr, mit Sicherheit aber im nächsten Sommer Wilde Möhre, Wilder Oregano und Golddistel zeitgleich in Putlos und auf den Wiesen und Weiden in Johannistal“, erklärt Rickert. Insgesamt werden mit dem samenreichen Mahd-Gut aus Putlos rund fünf Hektar in Johannistal aufgewertet.

In den nächsten drei Jahren, also bis März 2020, möchten die Vielfaltschützer vom „BlütenMeer 2020“ es schaffen, rund 2500 Hektar, das entspricht in etwa der Größe der nordfriesischen Insel Amrum, wieder wilder und bunter zu machen. Dabei werden nur 250 Hektar professionell aufgewertet. Die Experten gehen davon aus, dass die Pflanzen sich dann aus eigener Kraft noch weiter verbreiten. Bisher wurden in den vergangenen drei Jahren rund 120 Hektar Wiese angelegt.

Mit einer Spende in den Orchideen Fonds der Stiftung können auch Sie etwas für die blütenbunte Vielfalt in Schleswig-Holstein tun.