Blau - Naturerlebnis der besonderen Art

Moorfrösche fahren ab auf Stiftungsland – blaugewandet geht’s in die Paarungszeit

  • Foto: Thorsten Stegmann

  • Foto: Günther Helm

  • Foto: Philipp Meinecke


Ein ganz besonderes Naturschauspiel bietet sich derzeit im Stiftungsland – den Naturschutzflächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein: Unzählige Moorfroschmännchen legen sich mächtig ins Zeug, um das Weibchen ihrer Wahl für die Paarung zu gewinnen. An dieser Erfolgsstory hat die Stiftung viele Jahre gearbeitet. Mit ihrer Amphibieninitiative tourt sie seit Jahren durch Schleswig-Holstein und richtet neue Lebensräume für die Froschlurche ein.

Der europaweit geschützte Moorfrosch steht auf Schleswig-Holstein und ganz besonders auf Stiftungsland. Rund zehn Prozent des Bundesbestandes tummeln sich zwischen Nord- und Ostsee. Überall, wo die Stiftung Naturschutz ihre Flächen für den Moorfrosch und andere Kröten, Unken und Molche hergerichtet hat, explodieren deren Bestände. Schätzungen gehen davon aus, dass weit über 100.000 Moorfrösche das Stiftungsland rocken – das sind immerhin vier- bis fünfmal soviel wie im Rest des Landes.

Beim Werben um die Angebetete ist den Moorfröschen jedes Mittel recht: Die Männchen verfärben sich kurzfristig blau. Normalerweise sind sie genauso wie die Weibchen bräunlich. Doch mit den steigenden Temperaturen der vergangenen Tage bekommt der Casanova durch hormonelle Veränderungen eine leuchtend blaue Farbe. Die Gründe dafür sind bislang ungeklärt. Klar ist aber: „blau“ kommt an – zumindest bei den Moorfrosch-Weibchen – Konkurrenten schreckt es ab.

Hotspot Nr.1 für das Werben der „blauen“ Männchen um die Gunst der Weibchen ist das Stiftungsland Hartshoper Moor in Hohn bei Rendsburg. Allein in einem kleinen Teilbereich des von der Stiftung Naturschutz renaturierten Moores tummeln sich 3.000 Moorfrösche. Mehr als in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammen.

Naturliebhaber sollten sich sputen, denn die blaue Pracht ist vergänglich. Nur noch wenige Tage und die Moorfroschtracht heißt wieder Einheitsbraun. Für die Pirsch auf Moorfrosch und Co. empfiehlt sich das Salemer Moor südlich von Ratzeburg, das Eidertal südlich Kiels, die Kührener Teiche und Umgebung bei Preetz sowie die zahlreichen Moore in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge zwischen Rendsburg, Heide und Husum inclusive dem Wilden Moor bei Schwabstedt in Nordfriesland.

Wer den Moorfrosch verpasst hat, bekommt von Ende April bis Anfang Mai die Gelegenheit, den Minnesang von Laubfrosch, Rotbauchunke, Wechselkröte und Co. im Stiftungsland bei den geführten Froschkonzerten im Stiftungsland live zu erleben. Wissenswertes rund um Amphibien und die Arbeit der Stiftung Naturschutz inklusive.