Ausgleichsagentur holt Wasser auf die Weide

31.1.2017 - Mit dem Ökokonto für die Natur punkten: Im Stiftungsland Olendieksau entsteht neues Feuchtgrünland


Im Stiftungsland Olendieksau bei Langwedel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, herrschte zwei Tage Unruhe. Ausgerüstet mit einem leistungsfähigen Bagger haben die Experten der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und der Ausgleichagentur Schleswig-Holstein den natürlichen Wasserhaushalt in einem fünf Hektar großen Flächenkomplex wiederhergestellt. Das Ziel von Flächenmanagerin Miriam Kimmel und Maßnahmenmanager Philipp Meinecke: Aus dem bislang künstlich entwässerten Niedermoor soll wieder arten- und strukturreiches Feuchtgrünland werden – ein Lebensraum, der in Schleswig-Holstein zur Mangelware mutiert ist.

Die Einweisung von Lieblingsbaggerfahrer der Stiftung Naturschutz Erhard Litzendorf fiel, wie üblich, kurz und knapp aus. „Erhard ist vom Fach, der weiß genau Bescheid, wo die Baggerschaufel eingesetzt werden muss, um die Entwässerungsgräben effektiv zu verschließen und im gleichen Arbeitsgang kleine Tümpel entstehen zu  lassen“, wissen die beiden Vielfaltschützer Kimmel und Meinecke. Kein Wunder, denn Litzendorf hat bestimmt schon über 1.000 Teiche für die Amphibieninitiative der Stiftung Naturschutz angelegt. Eine Sache, die ihm Spaß macht! Mehr als seine ehemalige Tätigkeit: früher hat er dafür gesorgt, dass sich kein Wasser in der Fläche halten konnte, um sie landwirtschaftlich zu nutzen.

Und wer profitiert nun von dem Kurzeinsatz mit schwerem Gerät im Talraum der Au: Zahlreiche gefährdete Vogelarten, wie Bekassine und Großer Brachvogel, aber auch Schmetterlinge, Heuschrecken und typische Pflanzenarten des Feuchtgrünlandes. Mehr Wasser in der Fläche bedeutet auch mehr Amphibien – Nahrungsgrundlage für den Weißstorch. Island-Ponys halten künftig den unerwünschten Bewuchs kurz.

Die Ausgleichsagentur – 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – sieht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträgern und Behörden, die  Naturschutzauflagen festlegen, wenn Bauherren Eingriffe in den Naturhaushalt vornehmen. Mit Hilfe der Ökokonten der Stiftung Naturschutz können sie dieser Verpflichtung nachkommen und ein neues Stück intakte Natur schaffen. Von den oben beschriebenen gesetzlich verpflichtenden Ausgleichs-Maßnahmen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauherren. Damit wird gleichzeitig der Flächenbedarf minimiert, da der Ausgleich auf dem Flächenbestand der Stiftung Naturschutz stattfindet und keine weiteren Flächen in Anspruch nimmt.

Mehr Informationen unter: www.ausgleichsagentur.de