Amphibieninitiative auf Föhr aktiv

Rückkehr in die Godelniederung– Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein wildert Kreuzkröten-Nachwuchs aus

Sie sind erst wenige Zentimeter groß und dennoch ruht die Hoffnung der Amphibienexperten auf ihnen: junge Kreuzkröten. Die rund 50 Tiere, die heute der Wildtierökologe Moritz Ott in der Godelniederung auf Föhr ausgewildert werden, sollen der Grundstein für eine neue, stabile Population sein. Zu Beginn des Sommers hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bereits 600 Jungkröten ausgesetzt.

Früher war Föhr Heimat vieler Kreuzkröten, doch die immer intensivere Nutzung der Landschaft hat ihren Lebensraum stetig schrumpfen lassen. Lange Zeit war sie ganz von der Nordseeinsel verschwunden. Das möchte die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, deren Vielfaltschützer sich seit fast 40 Jahren für mehr Artenvielfalt in unserem Land einsetzen, ändern. Denn die europaweit streng geschützte Kreuzkröte ist ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems.

Die Amphibienexperten der dänischen Firma Amphi Consult Germany haben in diesem Frühjahr einen Teil des Laichs der Kröten bei Ahrenshöft im Kreis Nordfriesland gesammelt und in großen Becken aufgezogen. Hier haben sich die kleinen Kaulquappen sehr gut entwickelt und sind jetzt, herangewachsen zu Jungkröten, fit genug für ihr Leben in Freiheit.

Die Amphibieninitiative gehört zu den Schwerpunkten der Stiftungsarbeit. Seit vielen Jahren tourt die Initiative durch ganz Schleswig-Holstein und legt dabei neue Teiche für Moorfrosch, Laubfrosch, Kammmolch, Knoblauch- Kreuz- und Wechselkröten an. Sie sammelt den Laich europaweit geschützter Arten und zieht sie in Becken groß züchtet sie  in Becken groß.

Wer die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein bei der Schaffung neuer Lebensräume unterstützen will, kann das hier tun. 

In einem Interview gibt der Biologe Moritz Ott dem Radiosender SYLTFUNK Auskunft über das Artenschutzprojekt auf Föhr. Hier geht es zum Interview.


Das Projekt wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein mit dem EU-Programm „Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER) unterstützt.