Nordisch wild zeigt sich das Gesicht der Geltinger Birk. Wer sich den Wind um die Nase wehen lassen  möchte, ist hier genau richtig. Das Naturschutzgebiet „Geltinger Birk“ liegt an der nordöstlichen Landspitze Angelns, an der Mündung der Flensburger Förde. Mit seinen 773 Hektar ist es  das größte Naturschutzgebiet des Kreises Schleswig-Flensburg. Das Gebiet ist vom Einfluss der Wind und Wellen geprägt und abwechslungsreich gestaltet. So finden sich hier Wilde Weiden, verlandete Sümpfe, verschlungene Kratt-Eichenwälder, Strand und Salzwiesen in enger Nachbarschaft.

Durch die Wilden Weiden der Geltinger Birk streifen ganzjährig die robusten Konik-Pferde und Highland-Rinder. Von einem der insgesamt vier Wanderwege, die durch das einzigartige Naturschutzgebiet führen, können Sie die vierbeinigen Landschaftspfleger gut beobachten. Für die Betreuung der robusten Pferdeherde wurden neue Wege eingeschlagen: Land, Pferdeverein und Stiftung Naturschutz haben gegenseitige Kooperationsverträge geschlossen, dadurch ist die Verantwortung auf viele Schultern verteilt.

Artenreich durch kontrollierte Vernässung

In den Wintermonaten darf Ostseewasser die Geltinger Birk fluten. 2013 fiel der Startschuss für die kontrollierte Wiedervernässung des Naturschutzgebietes. Mehr als 20 Jahre Planungsarbeit, mehr als 20 Jahre Überzeugungsarbeit in der Region waren endlich von Erfolg gekrönt – das größte Naturschutzprojekt Schleswig-Holsteins am Ziel.

Ein großes Rohr durch den Deich nördlich Falshöft lässt jetzt, nach 150 Jahren, wieder Ostseewasser in die Birk strömen. Je nach Erfordernis wird der Einlauf von Hand reguliert, damit Anlieger trockenen Fußes ihre Häuser erreichen können. Statt drei Meter unter dem Meeresspiegel, darf der Wasserstand nun zwei Meter höher steigen. Schon bei der Einweihung 2013 war sich Umweltminister Robert Habeck sicher: Die Birk sei ein Natur-Juwel ganz besonderer Art, das durch die Wiedervernässung noch vielfältiger, artenreicher und naturnäher werde.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Birk entwässert und der Wasserstand auf mehr als drei Meter unter den Meeresspiegel abgepumpt. Sie wurde eingedeicht und landwirtschaftlich genutzt. Schon damals war das Ackern auf Meeresboden schwierig – die Intensivierung des Wirtschaftens mit größeren Maschinen tat ihr Übriges. Für die Naturschützer war klar: die Flächen haben ein großes Potential als Feucht- und Salzwiesen. Durch über 30 einzelne Baumaßnahmen wurde die Vernässung von langer Hand vorbereitet; neue Feuchtlebensräume sowie Nahrungs- und Brutflächen für zahlreiche Vogelarten sind entstanden. Durch neue Wanderwege wurde die Birk noch besser erlebbar.

Geregelt wird der Wasserstand weiterhin über die Pumpen im Schöpfwerk an der Mühle Charlotte. Zwei weitere Schöpfwerke und ein Hebewerk garantieren, dass die an die Birk grenzenden Flächen nicht von der Vernässung betroffen sind. Finanziert wurden die Teilprojekte mit Geldern des Landes und mit EU-Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER).

Vier Wanderwege führen durch die Geltinger Birk:

Wanderweg "Eule" (3 km): kleiner Rundweg ohne Ostsee, Start: Nieby

Wanderweg "Konik"
(6,2 km): um die Mühle durchs Hinterland und an der Förde entlang (nur zu Fuß möglich), Start: Parkplatz an der Mühle „Charlotte“

Wanderweg "Hochlandrind"
(10,4 km): Hinterland, Förde und Ostsee, Start: Falshöft

Wanderweg "Möwe"
(13,3, km): die große Tour einmal rund um die Birk, Start: Falshöft oder Mühle „Charlotte“

Hier finden Sie eine Übersichtskarte der Wanderwege. Weiterführende Informationen über die Geltinger Birk erhalten Sie außerdem auf der Homepage des Fördervereins Integrierte Station Geltinger Birk e.V.

Winterwanderung Geltinger Birk

Auch Winterzeit ist Wanderzeit! Das Stiftungsland hat zu jeder Jahreszeit einiges zu bieten. Das Team vom Stiftungsprojekt "Wildes Schleswig-Holstein" war wieder unterwegs, diesmal im schönen Stiftungsland Geltinger Birk. Auf den verschiedenen Wanderwegen, die alle gut ausgeschildert sind, können Draußenliebhaber auch in der kalten Jahreszeit die Natur genießen. Der Wanderweg "Möwe" führt einmal um das Naturschutzgebiet herum, ist rund 13 Kimoleter lang und die Wege sind auch im Winter in der Regel gut begehbar. Bei den Wegen über die Wilde Weide zu den Koniks und Highlands sollten bei winterlichem Regenwetter die Gummistiefel nicht fehlen. Der Blick über die Weiden mit den Wildpferden ist aber auch dann einen Besuch Wert!

In unserer kleinen Bildershow unten haben wir einige Impressionen aus dem winterlichen Stiftungsland Geltinger Birk zusammengestellt.

Informationen zu den Wanderwegen finden Sie (auch als Karte zum herunterladen) auf dieser Seite links im Text. Viel Spaß bei Ihrer Wanderung durch das Stiftungsland!